Über mich


Mein Name ist Feridoon Ahmadi-Marwi, bekannt als Ferry Marwi. Ich bin ein gebürtiger Iraner und lebe seit 1962 mit einer achtjährigen Unterbrechung in Deutschland. Ich wuchs in einer ziemlich kinderreichen Familie mit sieben Geschwistern zusammen auf. Mein Vater Seyed Mahdi Marwi leitete vor seinem plötzlichen Tod 1965 die Dolmetscherabteilung des Zollministeriums im Iran. Er war ein leidenschaftlicher Anhänger der Nationalen Front unter Premierminister Dr. Mohamad Mossadegh. Meine Urahnen väterlicherseits stammten aus Merw, eine Stadt in Süd-Osten Turkmenistan, deren Ruinen von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden sind. Sie regierten während der Kadscharen- Dynastie als Fürsten diese strategisch wichtige Grenzstadt, die in der Nachbarschaft zum damaligen Russischen Reich stand. Diese Stadt wurde 1883 in einer kriegerischen Auseinandersetzung zwischen den Persern und den Turkmenen von Persien abgetrennt und von Russland annektiert. Nach dieser Niederlage zog der überlebende Fürst von Merw, Hussein Ali Khan, in Begleitung einiger seiner Angehörigen in die persische Hauptstadt Teheran. Er stand als Cousin zweiten Grades in naher Verwandtschaft zur königlichen Familie von Fath Ali Schah. Mein Großvater Ahmad Khan Marwi lebte mit seiner Frau Bibi-Khanum und seinem Sohn Seyed Mehdi in Mesched, eine Provinzstadt in Chorassan. (Chorassan grenzt sich im Westen an das Kaspische Meer und in Osten an den Hindukusch). Er war ein angesehener Großkaufmann. Auf Grund seiner Handelstätigkeiten reiste er in öfters in das nahe und ferne Ausland. Er eignete sich in dieser Zeit das Verkaufsmonopol auf den Handel mit wertvollen Türkissteinen aus Chorassan an. Er hat auf einer seinen Reisen, in Mekka, eine Kauffrau aus Java/Indonesien kennen gelernt und sie in zweiter Ehe geheiratet. In Mekka fand jährlich ein Jahrmarkt statt, in dem sich viele Kaufleute aus allen islamischen Regionen zum Erfahrungsaustausch und zum Absatz ihrer Ware versammelten. Er ließ seine erste Frau mit seinem Sohn (mein Vater) im Iran zurück und reiste mit seiner frisch vermählten Frau nach Indonesien. Er ließ sich in Java nieder. Nach dem er sich in Indonesien, das zu der damaligen Zeit unter der Kolonialherrschaft der Niederlande litt, eingelebt hatte, mischte er sich in die politischen Geschehnisse des Landes ein. Auf Grund seiner patriotischen Einstellungen, trat er 1928 in die PNI (Partei National Indonesien) ein, die von Dr. Ahmad Sukarno gegründet und geführt wurde. Dr. Sukarno war ein entschiedener Gegner der Niederländischen Kolonialmacht. Mein Großvater war in Indonesien ein vermögender Mann und konnte deshalb den Unabhängigkeitsbestrebungen der nationalistischen Bewegung finanziell unter die Arme greifen. Ahmad Sukarno wurde 1945 nach der Unabhängigkeit Indonesiens zum ersten Präsident der Indonesischen Republik gewählt. Mein Großvater zählte zu seinem Kampfgefährten. Er hatte aus seiner zweiten Ehe drei Kinder. Er lebte bis zu seinem Tod in Indonesien. Er hielt aber bis zu seinem Lebensende seine Kontakte zu seiner Frau und seinem Sohn im Iran aufrecht. In einem seiner Korrespondenzbriefe an meinem Vater spürt man seine große Sehnsucht auf ein Wiedersehen seiner alten Heimat. Er starb wenige Jahre nach der Unabhängigkeit Indonesiens fern von Zuhause in Java. Meine Mutter, Talat-Khanum Ashtari, stammte mütterlicherseits auch aus der Kadscharen Dynastie und ihr Vater Asadollah Khan Ashtari stammte aus dem Stamm Malek Ashtar, ein Chupanid Herrscher aus dem Nord-Westen Irans im 14. Jahrhundert. Meine Mutter zählte zu den Intellektuellen ihrer Zeit und war eine leidenschaftliche Dichterin. In den meisten ihrer Gedichte, dichtete sie über menschliche Charaktere und über Ungerechtigkeiten auf der Welt.

 

 

 

 

 

 

Mein Großvater Ahmad-Khan Marwi 1897 im Audienzsaal des Gouverneurs von Chorassan

 

 

 

 

 

 

Mein Großvater Ahmad-Khan Marwi 1909 in Istanbul

 

 

 

 

 

 

Mahmud-Khan Marwi, Onkel meines Vaters väterlicherseits

 

 

 

 

 

Mirza Abdulah-Khan (r.) mit seinem Sohn Amir-Ali-Khan, Onkel und Cousin meines Vaters müttelicherseits

 

 

 

 

 

 

Ahmad-Khan Marwi und sein Bruder Mahmud-Khan Marwi im Indonesischen Exil 1924

 

 

 

 

 

Meine Tante Keschwar Banu Marwi in Java/Indonesien 1910

 

 

 

 

Mein Großvater Ahmad-Khan Marwi im Juli 1927in Peno van Can/Indonesien. Das Pferd heißt Petro, neben ihm steht der Pferdehalter.

 

 

 

 

Ahmad-Khan Marwi in Begleitung seines holländischen Freundes Peter van Polanen auf der Jagd in Birma (Myanmar) 1932

 

 

 

 

 

 

 

Mein Vater Seyed-Mahdi Marwi /Teheran 1923

 

 

 

 

 

Mein Vater Seyed-Mahdi Marwi (r.)  mit einem Arbeitskollegen aus dem Zollministerium während einer Dienstreise in Shiraz/Iran 1951

 

 

 

 

 

 

Meine Mutter Dichterin Talat-Khanum Ashtari 1964 in Teheran